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Akute Sportverletzungen

Viele akute Sportverletzungen, wie z.B. Prellungen, Verstauchungen, Zerrungen oder Muskelfaserrisse können konservativ, d.h. ohne Operation, durch Belastungspause, Krankengymnastik und funktionelle Therapie behandelt werden. Zu den häufigsten Sportverletzungen zählen z.B. die Verstauchung (Distorsion) des Sprunggelenkes, Zerrungen im Bereich der Oberschenkelanspreizmuskulatur (Adduktoren) oder Muskelfaserrisse im Bereich der Oberschenkelrückseite (ischiokrurale Muskulatur) und der Wadenmuskulatur.

Bestimmte Verletzungen müssen dagegen gerade bei sportlich aktiven Personen bevorzugt operativ versorgt werden, um drohende Folgeschäden wie z.B. einen vorzeitigen Gelenkverschleiß (Arthrose) zu vermeiden. Dazu zählen bekannte Verletzungen wie z.B. der Riss des vorderen Kreuzbandes (Kreuzbandruptur), die Verrenkung der Schulter (Schulterluxation) oder auch die Verrenkung der Kniescheibe (Patellaluxation).

Einige im Allgemeinen eher selten auftretende und daher auch weniger bekannte, aber gerade für bestimmte Sportarten typische Verletzungen von Muskeln und Sehnen werden ferner mitunter als harmlose Zerrungen oder Muskelfaserrisse fehlinterpretiert. Bei unzureichender Diagnostik und Verzögerung der operativen Therapie können hierbei schwerwiegende Folgeschäden resultieren, die häufig auch ein vorzeitiges Ende der sportlichen Laufbahn bedeuten.

In jüngster Zeit erfreuen sich auch verschiedene Kampfsportarten immer größerer Beliebtheit. So ist z.B. das koreanische Taekwondo seit 2000 olympische Disziplin und verzeichnet seitdem wieder stetigen Zulauf. Dies hat dazu geführt, daß Ärzte nun zunehmend auch mit typischen Verletzungen im Kampfsport konfrontiert werden. Bei unzureichender Kenntnis der entscheidenden Verletzungsmechanismen bei den oft sehr komplexen Bewegungsabläufen in diesen Sportarten können manche dieser Verletzungen leicht übersehen werden. Bei den Kampfsportarten, die mit Wurf- und Hebeltechniken arbeiten (Judo, Jiu Jitsu, Ringen), treten v.a. Verstauchungen (Distorsionen) von verschiedenen Gelenken (Schulter, Ellbogen, Finger, Knie) auf, die nicht selten auch mit Muskel- und Sehnenrissen oder mit Kapsel-Band-Verletzungen einhergehen. Bei den Kampfsportarten, bei denen Schläge und Stöße mit Händen, Ellbogen, Knie und Füßen sowie entsprechende Abwehrtechniken mittels Unterarm und Schienbein eingesetzt werden (Karate, Taekwondo, Kung Fu, Boxen, Kick-Boxen, Thai-Boxen), treten naturgemäß v.a. verschiedenste Knochenbrüche auf. Am häufigsten sind dabei Brüche von Mittelhand- und Mittelfußknochen (z.B. Boxer-Fraktur) sowie von Fingern und Zehen, wobei auch relativ häufig Gelenke beteiligt sind.