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Hernien-Chirurgie


Leiter: Prof. Dr. med. K. Hallfeldt

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Komplikationen

Komplikationen bei Leisten- und Schenkelhernienoperationen:

Leisten- und Schenkelhernienoperationen sind standardisierte und risikoarme Operationen. Dennoch beinhaltet das Operieren in enger Nachbarschaft zum Samenstrang, dem Darm, der Blase, Gefäßen und Nerven eine potentielle Gefährdung dieser Strukturen.

Hämatome im Wundbereich und dem Hoden treten in etwa 3% der Fälle auf. Genaue Blutstillung und atraumatisches Operieren können die Rate der Hämatome reduzieren. Die Wundinfektionsrate liegt unter 2%. Unter lokaler Behandlung heilen derartige Wundinfekte selbst nach Netzimplantation problemlos aus.

Chronische Leistenschmerzen treten sowohl bei den offenen als auch bei den laparoskopischen Techniken auf. Grund sind häufig im Rahmen der Reparation eingenähte oder verletzte Nerven. Nach Implantation von Netzen kann die Entzündungsreaktion auf das Fremdmaterial in der Nachbarschaft zu den Nerven Ursache für Leistenschmerzen sein. Die Infiltration mit Lokalanästhetika kann Besserung bringen. Bei Schmerzpersistenz besteht aber die Indikation zur Reoperation mit Nervenfreilegung.

Weiters kann durch die Verletzung der Gefäße des Hodens es zu einer Hodenatrophie oder gar dem Hodenverlust kommen. Es ist dies sicher die am meisten gefürchtete Spätkomplikation. Bei Rezidivleistenhernien ist das Risiko der Hodenatrophie um das 5-10 fache erhöht. Die genannten Komplikationen bestehen auch bei der Versorgung von Schenkelhernien. Die wichtigste Spätkomplikation ist die Rezidivhernie. In Abhängigikeit von der verwendeten Technik, Lokalisation und Größe liegt sie zischen 1%-10%.

Die laparoskopsichen Verfahren beinhalten neben den bereits genannten lokalen Komplikationen die verfahrensspezifischen Komplikationen, wie direkte Organ- und Gefäßverletzungen, Darmverklebungen sowie Hernien an den Trokar-Einstichstellen. In der Hand des erfahrenen Operateurs sind sie jedoch selten.


Komplikationen bei Narben- und Nabelhernienoperationen:

Typische Komplikationen der Narbenhernienreparation sind Hämatome und Serome, die in ca 4% der Fälle unmittelbar postoperativ auftreten können. Diese können aber problemlos abpunktiert werden und beeinträchtigen den Heilverlauf nicht. Wundinfekte sind gerade nach Netzimplantation gefürchtet. Wie bereits bei den Leistenhernien angeführt, reicht die lokale Wundbehandlung unter Belassen des Netzes aus, um die Infektion zur Ausheilung zu bringen. Netze führen zur Induktion von Narbengewebe, welches seinerseits zur Bauchdeckenverstärkung dient. Ein zuviel an Narbengewebe kann aber zu Bachdeckenschmerzen und einem Steifigkeitsgefühl der Bauchdecke führen. Durch die Entwicklung neuer Netztmaterialien sind diese Komplikationen aber seltener geworden. Die genannten Komplikationen gelten auch für die chirurgische Versorgung der Nabelhernie, welche sich lediglich durch die spezielle Atiolögie und Lokalisation von der medianen Narbenhernie unterscheidet.