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Interdisziplinäre Gastroenterologie u. Kolorektale Chirurgie


Bereichsleiter: Prof. Dr. Siebeck, Prof. Dr. Hallfeldt

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Untersuchungsmethoden

Ösophago-Gastro-Duodenoskopie (ÖGD)
Endoskopische retrograde
Cholangio-Pankreatikographie (ERCP)
Darmspiegelung (Koloskopie):
deutsch
/ türkisch
Proktoskopie
Ultraschalluntersuchung: deutsch / türkisch
Ultraschalluntersuchung durch den After

Endosonographie
Untersuchung von After und Mastdarm
in Narkose

Röntgenuntersuchung des Dünndarms
Transitzeitmessung
Computertomografie (CT)
Kernspintomografie (MRT)

Untersuchung des Afters und Mastdarms in Narkose

© Dr. Matthias Siebeck

Wenn die Ursache oder die Ausdehnung einer Erkrankung nicht mit Sicherheit festgestellt werden kann, zum Beispiel aufgrund starker Schmerzen, kann es sinnvoll sein, unter Narkose zu untersuchen. Voraussetzung dafür ist, daß der Patient von Herz, Kreislauf und Lunge her den Belastungen einer Narkose gewachsen ist. Dabei macht es meistens wenig Unterschied, ob eine rückenmarksnahe Betäubung oder die Vollnarkose angewandt wird. Die Auswahl der Betäubungsmethode geschieht gemeinsam mit dem Anästhesisten. In jedem Fall ist es zur Abwendung von Gefahren wichtig, daß der Patient zur Narkose nüchtern ist, das heißt, seit dem Vorabend nicht gegessen, nicht getrunken und nicht geraucht hat.

Zur Vorbereitung der Untersuchung des Afters und Mastdarms in Narkose sind Gespräche mit dem Arzt, der die Betäubung vornimmt (Anästhesist) und mit dem Arzt, der die Untersuchung vornimmt (Chirurg), notwendig. Die Gespräche werden schriftlich dokumentiert. Je nach den Umständen werden vor der Untersuchung des Afters und Mastdarms in Narkose Blutentnahme und Laboruntersuchung, Herzstromkurve (Elektrokardiogramm, EKG) und eventuell eine Röntgenaufnahme der Lunge verlangt. Bei Patienten mit anderen und schweren Begleiterkrankungen können weitere Voruntersuchungen notwendig sein.

Weiterhin sollte zur Vorbereitung der Untersuchung des Afters und Mastdarms in Narkose der Darm gereinigt werden. Meistens wird dafür am Tage vor der Untersuchung ein Abführmittel verabreicht.

Bei der Untersuchung des Afters und Mastdarms in Narkose werden folgende Methoden verwendet:

Anschauen (Inspektion): Man kann Rötung oder Schwellung erkennen, z. B. als Hinweis auf eine Entzündung.

Tastuntersuchung von außen (Palpation): Die Haut um den After, am Damm und den Gesäßbacken wird betastet. Man kann Schwellung oder Verhärtung tasten, z. B. als Hinweis auf eine Entzündung.

Rektale Tastuntersuchung (Palpation): Der tastende Finger wird durch den After in den Mastdarm eingeführt. Man kann Schwellung, Verhärtung oder Vorwölbung tasten, z. B. als Hinweis auf Entzündung, Polypen oder bösartigen Tumor.

Ultraschalluntersuchung durch den After (Endorektale Sonografie): siehe PatInf2c.htm

Sondierung: Ein dünner Metallstab mit abgerundeten Enden wird in eine Fistelöffnung eingeführt, um den Verlauf einer Fistel zu erkunden.

Mastdarmspiegelung (Proktoskopie): Ein kurzes Metallrohr mit Lichtquelle oder ein Analspreizer werden durch den After in den Mastdarm eingeführt. Man kann im Mastdarm (Rektum) und im Afterkanal Entzündungen, Polypen oder Tumor sehen. Mit der Mastdarmspiegelung kann nicht entschieden werden, ob es sich um einen gutartigen oder bösartigen Tumor handelt. Bis zum Beweis des Gegenteils mittels Gewebeuntersuchung unter dem Mikroskop besteht der Verdacht auf einen bösartigen Tumor (Darmkrebs).

Gewebeentnahme (Biopsie): Mit einer winzigen Zange wird ein kleines Stück Schleimhaut entfernt. Das entnommene Gewebe wird vom Pathologen feingeweblich (unter dem Mikroskop) untersucht, oder vom Mikrobiologen durch Anzüchtung von Bakterien auf Krankheitserreger untersucht.

Falls durch die Untersuchung des Afters und Mastdarms in Narkose eine endgültige Diagnose gestellt werden kann, kann in derselben Narkose auch gleich die Behandlung (chirurgische Operation) erfolgen.