Eine Ultraschallsonde in der Form eines sehr langen Zeigefingers wird mit Gleitmittel versehen, durch den After eingeführt und in den Mastdarm vorgeschoben. Um den Schallkopf möglichst gut akustisch an die Darmwand anzukoppeln, wird um den Schallkopf ein Gummiballon gespannt, der mit Wasser gefüllt wird, sobald die Sonde im Mastdarm steckt. Der Schallkopf blickt gewissermaßen vom Darminneren aus ringsum in die Darmwand und das Gewebe um den Mastdarm herum. Damit das Bild nicht durch Gas oder festen Darminhalt gestört wird, wird der Darm vor der Untersuchung mit einem Einlauf (Klysma) gereinigt.
Die Untersuchung ist normalerweise nicht schmerzhaft. Sie ist nicht unangenehmer als die Tastuntersuchung des Mastdarms (rektale Palpation) oder die Mastdarmspiegelung (Proktoskopie).
Mit der Ultraschalluntersuchung durch den After kann man folgende Befunde erkennen (es handelt sich lediglich um eine Auswahl von häufigen Befunden):
Eiteransammlung hinter der Mastdarmwand: Analabszess, kommt bei Patienten mit Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und anderen Erkrankungen vor.
Flüssigkeitsgefüllte Gänge hinter der Mastdarmwand: Analfistel, kommt bei Patienten mit Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und anderen Erkrankungen vor.
Schleimhautvorwölbung (Polyp): eine Neubildung der Schleimhaut des Dickdarms oder Mastdarms kann gutartig sein, muß aber auf jeden Fall entfernt und unter dem Mikroskop untersucht werden. Mit der Ultraschalluntersuchung durch den After kann nicht entschieden werden, ob es sich um einen gutartigen oder bösartigen Polypen handelt. Bis zum Beweis des Gegenteils mittels Gewebeuntersuchung unter dem Mikroskop besteht der Verdacht auf einen bösartigen Tumor (Darmkrebs). Falls der Verdacht auf einen bösartigen Tumor (Darmkrebs) durch Gewebeuntersuchung unter dem Mikroskop gesichert wurde, kann mit Hilfe der Ultraschalluntersuchung durch den After die Eindringtiefe des Tumors bestimmt werden. Dies ist wichtig zur Planung des optimalen Vorgehens bei Mastdarmkrebs unter Ausschöpfung aller Therapiemöglichkeiten (multimodale Therapie).
Herde im Fettgewebe um den Mastdarm (perirektales Fett): vergrößerte Lymphknoten, können bei Entzündungen oder bei Mastdarmkrebs vorkommen.
Bei starken Schmerzen am After, z. B. aufgrund einer akuten Entzündung, oder bei einer narbigen Verengung des Afterkanals oder des Mastdarms, kann die Ultraschalluntersuchung durch den After nicht angewandt werden. Als Alternativen kommen die Untersuchung in Narkose, die axiale Computertomografie oder die Kernspintomografie in Frage.
