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Interdisziplinäre Gastroenterologie u. Kolorektale Chirurgie


Bereichsleiter: Prof. Dr. Siebeck, Prof. Dr. Hallfeldt

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Untersuchungsmethoden

Ösophago-Gastro-Duodenoskopie (ÖGD)
Endoskopische retrograde
Cholangio-Pankreatikographie (ERCP)
Darmspiegelung (Koloskopie):
deutsch
/ türkisch
Proktoskopie
Ultraschalluntersuchung: deutsch / türkisch
Ultraschalluntersuchung durch den After

Endosonographie
Untersuchung von After und Mastdarm
in Narkose

Röntgenuntersuchung des Dünndarms
Transitzeitmessung
Computertomografie (CT)
Kernspintomografie (MRT)

Darmspiegelung (Koloskopie)

© Dr. Matthias Siebeck

Unter Koloskopie versteht man die Spiegelung des Dickdarms (Kolon) mit einem langen, flexiblen Endoskop (Koloskop oder Kolonoskop).  Das Gerät ist dünner als ein Zeigefinger und wird durch den After eingeführt. Der gesamte Dickdarm sowie der letzte Abschnitt des Dünndarms vor der Einmündung in den Dickdarm kann eingesehen werden. Der Untersucher blickt gewissermaßen vom Darminneren auf die innere Auskleidung des Darmes, die Schleimhaut. Die Koloskopie ermöglicht Nachweis von Tumoren, Polypen, Entzündungen, Ausstülpungen der Darmwand (Divertikel) und Verengungen des Darmes. Mit der Koloskopie alleine kann nicht zwischen gutartigen Polypen und bösartigen Veränderungen (Darmkrebs) unterschieden werden.  

Durch das Koloskop kann eine winzige Zange vorgeschoben werden, mit der schmerzfrei eine Probe aus der Darmschleimhaut (Biopsie) entnommen werden kann. Diese Probe wird vom Pathologen feingeweblich (unter dem Mikroskop) untersucht. Dies ermöglicht im Falle von Neubildungen die Unterscheidung zwischen gutartig und bösartig sowie im Falle von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen die Unterscheidung zwischen Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und anderen Entzündungen.  Die Gewebeprobe kann auch vom Mikrobiologen durch Kultur auf Krankheitserreger untersucht werden.  

Im Falle von günstig gelegenen Polypen kann durch das Koloskop eine elektrische Schlinge vorgeschoben werden, mit der ein Polyp schmerzlos abgetragen werden kann. Der Polyp wird vom Pathologen feingeweblich (unter dem Mikroskop) untersucht, dies ermöglicht die Unterscheidung zwischen gutartigen und bösartigen Polypen.  

Bei der Untersuchung wird normale Raumluft in den Darm eingeblasen, da der Untersucher sonst nichts sehen würde.  Etwa ein Drittel der Patienten empfinden diese Luft als unangenehm, sodaß sie ein Beruhigungsmittel gespritzt bekommen möchten.  Das bedeutet aber, daß der Patient für eine gewisse Zeit überwacht werden muß, und je nach den Umständen für 24 Stunden kein Kraftfahrzeug selber lenken darf, um Unfälle zu verhüten. 

Damit die Sichtverhältnisse bei der Untersuchung gut sind, muß der Darm vorher völlig entleert und gereinigt werden.  Hierzu sollte der Patient am Tag vor der Koloskopie ein starkes Abführmittel wie z. B. X-Prep® einnehmen und reichlich dazu trinken.  Schwer herzkranke Patienten dürfen allerdings nicht zuviel trinken. Einige Stunden vor Beginn der Untersuchung muß man eine spezielle Darmreinigungslösung trinken, und zwar solange, bis nur noch klare Spüllösung entleert wird.  Dann erst kann mit der Koloskopie begonnen werden.  Berufstätige Patienten sollten einplanen, daß sie für die Untersuchung bis zu einem ganzen Arbeitstag benötigen.  

Die Entnahme einer Gewebeprobe kann zu einer Blutung führen.  Um das Blutungsrisiko abschätzen zu können, sind für den Arzt folgende Informationen wichtig: bekannte Blutungsneigung, Blutgerinnungsstörung durch andere Krankheiten, Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten (z. B. Azetylsalizylsäure wie Aspirin® oder ähnliche, Coumarin-Verbindungen wie Marcumar®). Meistens wird vor der Untersuchung eine Blutprobe aus der Vene entnommen, um die Blutgerinnung und die Zahl der Blutplättchen zu untersuchen.  

Die Entfernung eines Polypen kann nicht nur zu der oben erläuterten Blutung führen, es ist auch eine Verletzung der Darmwand denkbar. Eine derartige Verletzung müßte durch eine sofortige chirurgische Operation in Narkose behoben werden. Deswegen wird bei großen oder ungünstig gelegenen Polypen empfohlen, von vorneherein eine chirurgische Bauchoperation anstelle der endoskopischen Entfernung zu planen. Bei Patienten, bei denen trotzd allem die endoskopische Entfernung angezeigt ist, kann sie in Operationsbereitschaft versucht werden.  



Stand vom 18 April 2002