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Interdisziplinäre Gastroenterologie u. Kolorektale Chirurgie


Bereichsleiter: Prof. Dr. Siebeck, Prof. Dr. Hallfeldt

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Laparoskopische Sigmaresektion

Was bedeutet Laparoskopie?
Was bedeutet diagnostische Laparoskopie?
Was bedeutet laparoskopische Chirurgie?
Was bedeutet Kolon-Resektion?
Was bedeutet Divertikel, Divertikulose,
Divertikulitis, Divertikelblutung?
Was bedeutet Sigmaresektion?
Wie funktioniert die laparoskopische
Sigmaresektion?
Was sind die Vorteile, die Nachteile
und die Alternativen?

Wann ist die laparoskopische Sigmaresektion
sinnvoll?
Wann ist die laparoskopische Sigmaresektion
nicht sinnvoll?
Welche Untersuchungen sind vor einer
laparoskopischen Sigmaresektion nötig?
Was sind die Risiken und Gefahren der
laparoskopischen Sigmaresektion?
Wie geht es weiter nach der laparoskopischen
Sigmaresektion?
Wie kann man sich noch informieren?

© Prof. Dr. Matthias Siebeck


Was bedeutet Laparoskopie?

Laparoskopie bedeutet Bauchspiegelung. Ein optisches Instrument, das nur rund 1 cm dick ist, wird durch einen entsprechend kleinen Schnitt in die Bauchhöhle eingeführt. In die Bauchhöhle wird Gas eingeblasen, damit die Bauchdecke sich von den Baucheingeweiden abhebt. Durch das Instrument, das Laparoskop, wird Licht in die Bauchhöhle gebracht, und das Laparoskop wird mit einer kleinen Videokamera verbunden, sodaß man das Innere der Bauchhöhle genau ansehen kann. Wenn man mit der Spitze des Laparoskops nah genug an ein Organ heranfährt, wird es stark vergrößert auf einem Bildschirm abgebildet.



Was bedeutet diagnostische Laparoskopie?

Diagnostische Laparoskopie bedeutet die Untersuchung der Baucheingeweide mit dem Laparoskop zur Klärung einer unklaren Diagnose, z.B. bei Frauen mit Schmerzen im rechten Unterbauch, bei denen sowohl eine Blinddarmentzündung als auch eine Eileiterentzündung vorliegen kann.



Was bedeutet laparoskopische Chirurgie?

Zusätzlich zu dem Laparoskop werden durch kleine Schnitte weitere lange dünne Instrumente in den Bauch eingeführt, die teilweise nur 5 mm dick sind. Mit diesen Instrumenten werden chirurgische Eingriffe ausgeführt, z.B. die Entfernung des Wurmfortsatzes bei der Blinddarmentzündung, oder die Entfernung der Gallenblase bei der Gallenblasenentzündung.

Vorteile dieser Methode gegenüber der herkömmlichen Operation durch einen Bauchschnitt sind:

  • Der Chirurg kann einige Organe besser sehen
  • Viele Patienten haben danach weniger Schmerzen
  • Die meisten Patienten können rascher nach Hause entlassen werden
  • Die meisten Patienten können rascher wieder zur Arbeit gehen
  • Das kosmetische Ergebnis ist bei mehreren kleinen Schnitten besser als bei einem großen Schnitt

Nachteile dieser Methode gegenüber der herkömmlichen Operation durch einen Bauchschnitt sind:

  • Die Operation kann etwas länger dauern
  • Die Operation ist für das Krankenhaus teurer wegen der Spezialinstrumente
  • Manchmal muß die Operation durch einen normalen Bauchschnitt beendet werden

Von Frauenärzten wurden schon seit vielen Jahren laparoskopische Operationen durchgeführt, z. B. an den Eierstöcken oder an den Eileitern.

Die Anwendungsmöglichkeiten der laparoskopischen Chirurgie wurden in den letzten Jahren stark erweitert und auf andere Organe ausgedehnt.



Was bedeutet Kolon-Resektion?

Kolon bedeutet Dickdarm. Resektion bedeutet chirurgisches Entfernen eines Organs oder eines Teils davon. Kolon-Resektion bedeutet, daß ein Teil des Dickdarms chirurgisch entfernt wird. Es gibt mehrer Gründe dafür:

  • Polyp im Dickdarm
  • Krebs im Dickdarm
  • Entzündung im Dickdarm
  • Durchblutungsstörung im Dickdarm
  • andere

Es gibt unterschiedliche Formen der Kolon-Resektion, je nach der Erkrankung.



Was bedeutet Divertikel, Divertikulose, Divertikulitis, Divertikelblutung?

Divertikel sind 3 bis 10 mm große Ausbuchtungen der Darmschleimhaut, die ohne Entzündung oder Blutung an sich keinen Krankheitswert haben.

Unter Divertikulose versteht man das Vorhandensein von mehreren Divertikeln. Die Divertikulose findet sich mit zunehmendem Lebensalter immer häufiger. Ohne Entzündung oder Blutung hat auch die Divertikulose an sich keinen Krankheitswert.

Unter Divertikulitis versteht man eine Entzündung der Darmwand, die von einem oder mehreren Divertikeln ausgeht. Die Divertikulitis führt zu Fieber und Schmerzen im Unterbauch, meistens links. Wenn diese Entzündung auf benachbarte Gewebe übergreift, spricht man von Peridivertikulitis. Es kann zu einem Durchbruch des entzündeten Divertikels mit Austritt von Darminhalt in die Bauchhöhle kommen. Daraus kann sich entweder eine umschriebene Eiterung (Abszess) oder eine allgemeine eitrige Bauchfellentzündung entwickeln.

Die Divertikulitis spielt sich häufig im Sigma ab, einem Dickdarmabschnitt im linken Unterbauch.

Eine Divertikelblutung ist eine Darmblutung, die von einem Divertikel ausgeht. Andere Ursachen für Darmblutungen können sein:



Was bedeutet Sigmaresektion?

Das Sigma oder Colon sigmoideum ist ein Teil des Dickdarms, der zwar beweglich ist, sich aber hauptsächlich im linken Unterbauch aufhält. Es ist der Abschnitt, der vor dem Mastdarm (Colon rectum) kommt. Unter Sigmaresektion versteht man die chirurgische Entfernung des Colon sigmoideum. Die Gründe dafür sind dieselben wie bei jeder Kolon-Resektion, nämlich:

  • Polyp im Sigma
  • Krebs im Sigma
  • Entzündung im Sigma, z. B. Divertikulitis
  • Durchblutungsstörung im Sigma
  • andere



Wie funktioniert die laparoskopische Sigmaresektion?

Für die laparoskopische Sigmaresektion ist eine spezielle Lagerung des Patienten erforderlich. Es wird zunächst eine diagnostische Laparoskopie gemacht, d.h. alle Baucheingeweide werden angesehen. Weitere Instrumente werden durch kleine Schnitte in die Bauchhöhle eingeführt.

Der Darmabschnitt, der entfernt werden soll, sowie der Darmabschnitt, der an seine Stelle treten muß, werden beweglich gemacht (mobilisiert). Die Blutgefäße, die den Darmabschnitt ernähren, der entfernt werden soll, werden so durchtrennt, daß es nicht bluten kann.

Durch einen etwa 5 cm langen Hautschnitt im Unterbauch wird der kranke Darmabschnitt entfernt. Die Enden des Darmes werden so aneinandergenäht, daß der Darminhalt wieder ungestört passieren kann. Dies geschieht mit Hilfe eines Nahtapparates, der durch den After eingeführt wird.



Was sind die Vorteile, die Nachteile und die Alternativen?

Die Vorteile der laparoskopischen Sigmaresektion gegenüber der herkömmlichen Operation durch einen Bauchschnitt sind:

  • Die Patienten haben danach deutlich weniger Schmerzen
  • Die Darmtätigkeit kommt meistens rasch wieder in Gang
  • Die meisten Patienten können rascher nach Hause entlassen werden
  • Die meisten Patienten können früher wieder zur Arbeit gehen
  • Das kosmetische Ergebnis ist bei mehreren kleinen Schnitten meistens besser als bei einem großen Schnitt

Die Nachteile der laparoskopischen Sigmaresektion gegenüber der herkömmlichen Operation durch einen Bauchschnitt sind:

  • Die Operation dauert deutlich länger
  • Die Operation ist für das Krankenhaus sehr viel teurer wegen der Spezialinstrumente
  • Manchmal muß die Operation durch einen normalen Bauchschnitt beendet werden

Falls das kosmetische Ergebnis einen sehr wichtigen Gesichtspunkt für die Wahl des Operationsverfahrens darstellt, gibt es noch eine Alternative zur laparoskopischen Sigmaresektion: Die Operation durch einen sogenannten Pfannenstiel-Schnitt, wie er häufig beim Kaiserschnitt (Schnittentbindung) angewendet wird. Dabei wird der Hautschnitt sehr tief quer in die Mitte des Unterbauchs gelegt, sodaß die Narbe hinterher in der Schambehaarung verschwindet.



Wann ist die laparoskopische Sigmaresektion sinnvoll?

Die laparoskopische Sigmaresektion wird zur Zeit hauptsächlich als Wahleingriff zur Behandlung von entzündlichen Erkrankungen des Dickdarms angewandt. Im Vordergrund steht hierbei die sogenannte Divertikulitis (siehe oben).

Die laparoskopische Sigmaresektion kommt in Frage bei Polypen, die endoskopisch (durch Darmspiegelung) nicht abgetragen werden können, und bei denen kein Verdacht auf Darmkrebs besteht.

Die laparoskopische Sigmaresektion wird noch nicht routinemäßig zur Behandlung von Darmkrebs eingesetzt, sondern lediglich im Rahmen von klinischen Studien.

Vor der Operation wird Ihr Chirurg mit Ihnen über die Möglichkeit einer laparoskopischen Sigmaresektion in Ihrem speziellen Fall sprechen.



Wann ist die laparoskopische Sigmaresektion nicht sinnvoll?

Bei einer Notfalloperation ist die laparoskopische Sigmaresektion weniger sinnvoll, zum Beispiel bei einer Bauchhöhleneiterung oder bei einer massiven Darmblutung.

Wenn in der Bauchhöhle starke Verwachsungen, z. B. nach vorangegangenen Operationen oder Entzündungen anderer Darmabschnitte bestehen, kann eine laparoskopische Operation sehr zeitaufwendig und schwierig werden. Das Risiko der Verletzung anderer Organe ist dann erhöht. Es ist aber durchaus zulässig, mit einer diagnostischen Laparoskopie zu beginnen, um nachzuschauen, wie stark die Verwachsungen tatsächlich sind.

Wenn ein hohes Blutungsrisiko besteht, zum Beispiel nach Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten, bei erhöhtem Pfortaderdruck oder bei Leberzirrhose, ist die laparoskopische Sigmaresektion nicht sinnvoll.

Die laparoskopische Sigmaresektion wird noch nicht routinemäßig zur Behandlung von Darmkrebs eingesetzt.



Welche Untersuchungen sind vor einer laparoskopischen Sigmaresektion nötig?

Ihr Chirurg wird mit Ihnen über Ihre Vorgeschichte sprechen und Sie körperlich untersuchen. Er wird mit Ihnen besprechen, ob weitere Untersuchungen notwendig sind, z. B. aufgrund von Herzkrankheiten oder Lungenkrankheiten.

Normalerweise wird Blut für Laboruntersuchungen entnommen und eine Herzstromkurve (EKG) aufgezeichnet.

Die Diagnose Divertikulitis wird oft durch Ultraschall (Sonographie) oder durch Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittelgabe (Computertomographie, CT) gestellt.

Durch eine Darmspiegelung mit Entnahme von Gewebeproben (Koloskopie) kann ein Darmkrebs ausgeschlossen werden. Allerdings ist es denkbar, daß ein Patient sowohl Darmkrebs als auch Divertikulitis hat. Wenn im Bereich der Entzündung eine Engstelle des Darms (Stenose) besteht, kann es sein, daß die Darmspiegelung nicht vollständig gelingt.



Was sind die Risiken und Gefahren der laparoskopischen Sigmaresektion?

Die Risiken und Gefahren der laparoskopischen Sigmaresektion sind prinzipiell dieselben wie bei der herkömmlichen Operation durch einen Bauchschnitt:

Überall, wo geschnitten wird, kann es zu einer Blutung oder Nachblutung kommen. Deswegen wird vor der Operation ein Gerinnungstest aus einer Blutprobe gemacht. Überall, wo geschnitten wird, kann es zu einer Infektion kommen. Deswegen wird vor der Operation ein Antibiotikum verabreicht, vorausgesetzt, daß keine Allergie gegen Antibiotika vorliegt.

Bei Operationen in der Bauchhöhle können benachbarte Organe verletzt werden, z. B. der Dünndarm, Blutgefäße, Nerven, Milz, Harnleiter, Harnblase, usw. Wenn so etwas passiert, muß es sofort repariert werden, eventuell muß dafür ein Bauchschnitt gemacht werden.

Bei Darmresektionen kann es zur Undichtigkeit der Darmnaht mit Austritt von Darminhalt kommen. Deswegen muß der Dünndarm und der Dickdarm vor jeder Operation am Dickdarm mit einem Abführmittel vollständig entleert und mit einer speziellen Spüllösung gereinigt werden. Falls es zu einer eitrigen Bauchfellentzündung kommt, muß erneut operiert werden.

Nach jeder Bauch-Operation kann es zu einer Lungenentzündung oder zu einer Venenthrombose mit Verschleppung eines Gerinnsels in die Lunge (Lungen-Embolie) kommen. Deswegen ist die Mitarbeit des Patienten bei Atemübungen und Verhütung von Thrombose besonders wichtig.

Auch noch Jahre nach einer Bauchoperation kann es zu Beschwerden durch Verwachsungen kommen.

Vor der Operation wird Ihr Arzt mit Ihnen über die Risiken und Gefahren in Ihrem speziellen Fall sprechen.



Wie geht es weiter nach der laparoskopischen Sigmaresektion?

Am Abend nach der Operation werden Sie aufstehen und einige Schritte gehen, beim ersten Mal in Begleitung einer Schwester oder eines Pflegers. Die Zeiten, in denen lange Bettruhe für heilsam gehalten wurde, sind längst vorbei. Sollten Schmerzen auftreten, werden Sie ein Schmerzmittel bekommen. Sie werden eine Spritze zur Verhütung einer Thrombose bekommen. Sie werden aufgefordert werden, Atemübungen zu machen. Falls bei der Operation eine sehr ausgeprägte Entzündung bestanden hat, werden Sie eventuell weiter Antibiotika als intravenöse Infusion bekommen.

Am Morgen nach der Operation werden Sie zunächst kleine Mengen von Tee zu trinken bekommen. Wenn Sie das gut vertragen, wird die Nahrungszufuhr schrittweise aufgebaut.

Der entfernte Darmabschnitt wird vom Pathologen feingeweblich (unter dem Mikroskop) untersucht, um die Diagnose zu bestätigen. Es dauert einige Tage, bis das Ergebnis eintrifft. Davon hängt es ab, ob Nachuntersuchungen erforderlich sind.

Das Material, mit der die Haut geklammert oder genäht wurde, wird nach 10 bis 12 Tagen entfernt. Sie brauchen allerdings nicht solange im Krankenhaus zu bleiben, das kann auch beim Hausarzt geschehen.



Wie kann man sich noch informieren?

Am besten sprechen Sie persönlich mit einem Chirurgen, der Erfahrung mit den genannten Methoden hat.
Im Internet gibt es allgemeinverständliche Informationen für Patienten über Darmerkrankungen, weniger jedoch über Divertikulitis.

http://www.acg.gi.org


Hinweis

Weder der Autor noch die Klinikleitung übernehmen die Gewähr für die Vollständigkeit oder Richtigkeit der auf diesen Seiten zusammengestellten Informationen. Insbesondere für die Klärung medizinischer Sachverhalte ist immer das persönliche Gespräch mit einem Arzt nötig. Weder telephonische Beratung noch Informationen aus dem Internet können einen Arztbesuch ersetzen.