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Zentrum für Endokrine Chirurgie


Leiter: Prof. Dr. med. K. Hallfeldt

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Nebenniere

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Komplikationsmöglichkeiten

Die Nebennieren sind aufgrund ihrer Lage im Retroperitoneum schwer zugängliche Organe. Die rechte Nebenniere steht in enger nachbarschaftlicher Beziehung zur großen Hohlvene (Vena cava), zum Zwölffingerdarm (Duodenum), zur Leber, zur Niere und zum Dickdarm. Die linke Nebenniere wird eingegrenzt von der Milz, der linken Niere, der Bauchspeicheldrüse, dem Dickdarm sowie der Aorta. Aufgrund dieser anatomischen Gegebenheiten ist es natürlich möglich, daß es zu stark blutenden Verletzungen, z.B. aus den großen Gefäße oder auch zu Darmverletzungen mit Eröffnung des Lumens kommt. Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens derartiger Komplikationen ist vor allem bei großen bösartigen Nebennierentumoren gegeben, insgesamt jedoch sehr selten. In jedem Fall wird man den operativen Zugangsweg, also die Größe der Schnittführung der aktuellen Situation anpassen und damit das Risiko einer Verletzung der Nachbarorgane zu minimieren. Nebennierentumore über 10 cm sollten in jedem Fall über einen Zugang durch die Bauchhöhle und nicht minimalinvasiv oder vom Rücken her angegangen werden. Bei auftretenden Blutungen reicht in der Regel die Gabe von Blut oder Blutbestandteilen (Transfusion) aus. In wenigen Fällen wird jedoch zur Blutstillung eine weitere Operation erforderlich.

Während der Operation ist man bemüht, die Nebennieren oder den Nebennierentumor nicht zu berühren. Trotzdem kann es, vor allem bei hormonaktiven Tumoren zur vermehrten Einschwemmung von Hormonen kommen, in deren Folge bedrohliche Blutdruckschwankungen und Herzrhythmusstörungen auftreten können. Durch vorsichtige Operationstechniken und spezielle medikamentöse Vorbehandlungen sowie durch eine sehr intensive Überwachung der Kreislaufsituation durch die Anästhesie können solche gefährlichen Situationen vermieden werden.

Wie bei allen Baucheingriffen kann es in wenigen Fällen zu einem teilweisen Aufbrechen der Bauchnaht (Platzbauch) oder langfristig zu einem Narbenbruch kommen. Diese Komplikationen machen eine zweite Operation erforderlich. Durch die unvermeidbare Berührung des Dünn- und Dickdarms kann es auch im postoperativen Verlauf zu einem Darmverschluß aufgrund von Verwachsungen (Ileus) kommen. Auch hier ist unter Umständen ein Zweiteingriff erforderlich. Insgesamt sind diese Komplikationen jedoch äußerst selten.

Muß eine Niere mitentfernt werden, bleibt dies in der Regel folgenlos, wenn die Niere auf der anderen Seite funktionstüchtig ist. Dies wird vor einer Operation abgeklärt. Nach einer Entfernung der Milz kann es zu einer erhöhten Infektanfälligkeit kommen. Die Mitentfernung dieser Organe ist jedoch nur in Ausnahmefällen bei bösartigen Tumoren erforderlich.