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Zentrum für Endokrine Chirurgie


Leiter: Prof. Dr. med. K. Hallfeldt

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Schilddrüse

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Komplikationsmöglichkeiten

Kein Chirurg ist vor Komplikationen gefeit und trotz subtilster Operationstechnik und Verwendung von Hilfsmitteln wie Lupenbrille oder Neuromonitoring kann es zu Komplikationen kommen. Diese sind jedoch in spezialisierten Zentren mit großer Erfahrung in der Schilddrüsenchirurgie äußerst selten.

Verletzung des Stimmbandnerven (Recurrens-Parese)

Eine einseitige Schädigung des Stimmbandnerven führt postoperativ zur Heiserkeit. Eine wirkliche Durchtrennung des Nerven kommt jedoch nur sehr selten vor. Ursache für den Funktionsverlust ist in den meisten Fällen eine Überdehnung dieser sehr feinen Struktur durch Zug oder eine Schädigung durch Druck. In den letztgenannten Fällen ist die Wahrscheinlich sehr gross, daß sich die Störungen zurückbilden und innerhalb von Wochen bis Monaten eine normale Stimmbandnervenfunktion wieder einsetzt.

Verletzung der Nebenschilddrüsen

Bei den Nebenschilddrüsen, auch Epithelkörperchen genannt, handelt es sich um 4 linsengroße Organe, die in sehr enger anatomischer Beziehung zur Schilddrüse stehen und das wichtige Parathormon erzeugen. Das Parathormon reguliert den Kalziumstoffwechsel und hält den Serum-Kalzium Spiegel auf einem gleichbleibenden Niveau. Die Nebenschilddrüsen sind sehr empfindlich und können durch grobe Manipulation ihre Gefäßversorgung verlieren. Auch hier hilft eine subtile Operationstechnik unter Verwendung der Lupenbrille, die wichtigen Strukturen frühzeitig darzustellen und so zu schonen. Kommt es zu einer Verletzung mehrerer Nebenschilddrüsen führt dies nach der Operation zu einem Abfall des Serum-Kalzium-Spiegels. Klinisch äußerst sich dieser Abfall in Form von kribbelnden Mißempfindungen in den Fingern oder um den Mund und in seltenen Fällen durch eine erhöhte Krampfbereitschaft der Muskulatur (Tetanie). In den meisten Fällen sind diese Mißempfindungen aber nur vorübergehend und bessern sich deutlich innerhalb der ersten beiden Tage. Man kann die Symptome auch durch die Gabe von Kalzium- Brausetabletten oder Vitamin D beseitigen.

Nachblutung

Die Schilddrüse ist ein sehr gut durchblutetes Organ. Bei der Operation wird akribisch darauf geachtet, daß selbst kleinste Gefäße zwischen Klemmen durchtrennt und mit Unterbindungen versorgt werden. Trotzdem kann sich postoperativ im Operationsgebiet ein Bluterguß entwickeln, insbesondere wenn es zu einem stärkeren Hustenanfall oder zum Erbrechen kommt. Größere Blutergüsse müssen, um eine Einengung der Luftröhre zu verhindern, chirurgisch entfernt werden. Bluttransfusionen sind jedoch praktisch nie erforderlich.

Weitere Komplikationen

Neben den o.g. für Schilddrüsenoperationen typischen Problemen gibt es andere für jede Operation typische Komplikationen. Diese sind z.B. Entzündungen der Wunde mit verzögerter Wundheilung und unter Umständen Eiterung, allergische Reaktionen oder thromboembolische Komplikationen.

Insgesamt muß jedoch betont werden, daß diese Komplikationen nach Schilddrüsenoperationen ausgesprochen selten auftreten.