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Diagnostik
Durch die klinische Anamnese werden die subjektiven Beschwerden des Patienten abgeklärt. Hier können Druck- und Engegefühl, Schluckstörungen oder Atembeschwerden eine Rolle spielen. Zeichen einer Überfunktion der Schilddrüse sind Unruhe, Nervosität, Neigung zum Schwitzen, schneller Puls, Wärmeempfindlichkeit, Gewichtsverlust bei gutem Appetit und Schlafstörungen. Eine Unterfunktion geht oft einher mit Kälteempfindlichkeit, Antriebsarmut, Müdigkeit, Gewichtszunahme und Hautveränderungen.
Bei der palpatorischen Untersuchung der Schilddrüse wird ihre Beschaffenheit, Form, Größe, Konsistenz und Schluckverschieblichkeit erfaßt. Stauungen der Halsvenen, inspiratorischer Stridor und Schluckbehinderungen liefern Hinweise für eine mechanische Beeinträchtigung. Vergrößerungen der Schilddrüse werden in 3 Gruppen klassifiziert.
- Grad I: tastbare, jedoch nicht immer sichtbare Vergrößerung der Schilddrüse
- Grad II: sicht- und tastbare Vergrößerung ohne weitere klinische Zeichen
- Grad III: deutlich sicht- und tastbare Vergrößerung der Schilddrüse mit Stauungs- und Kompressionszeichen sowie Strumen, die bis in den Brustkorb reichen.
Zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion werden die Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin sowie das in der Hypophyse produzierte TSH (Thyreoidea stimulierendes Hormon) im Blutserum bestimmt. Ein erhöhter TSH-Wert (> 4,0 mE/l) stellt einen Hinweis auf eine Unterfunktion der Schilddrüse dar, ein TSH-Wert unter 0,2 mE/l kann mit einer Überfunktion der Schilddrüse zusammen hängen.
Eine ganz zentrale Rolle in der Schilddrüsendiagnostik spielt heute die Ultraschalluntersuchung (Sonographie). Sie kann zuverlässig die Größe der beiden Schilddrüsenlappen bestimmen sowie knotige Veränderungen aufzeigen. Punktionen auffälligen Schilddrüsengewebes zur zytologischen Beurteilung sind sonographisch kontrolliert sicher durchführbar. Die Sonographie unterscheidet zwischen echoreichem Gewebe als Normalbefund sowie echoarmem Gewebe wie z.B. bei malignitätsverdächtigem kalten Knoten oder bei Veränderungen im Sinne eines Morbus Basedow.

Abbildung: sonographische Darstellung einer normalen Schilddrüse im Querschnitt

Abbildung: sonographische Darstellung eines M. Basedow im Querschnitt
Mit Hilfe der Szintigraphie kann die Funktion der Schilddrüse in den einzelnen Arealen untersucht werden. Oft farbig, können hier Drüsenabschnitte unterschiedlichen Funktionszustandes mit vermehrter, verminderter oder fehlender Speicherung nachgewiesen werden. Ausbleibende Speicherung kennzeichnet in Zusammenschau mit dem sonographischen oder Tastbefund einen kalten Knoten, eine vermehrte Speicherung kann einem warmen oder heissen Knoten im Sinne einer fokalen Autonomie entsprechen.
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Abbildung: unifokale Autonomie (heisser Knoten) im szintigraphischen Bild. Mehrspeicherung im heissen Knoten (gelb-orange), das übrige Schilddrüsengewebe speichert im Verhältnis weniger (blau oder farblos)
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Abbildung: szintigraphische Darstellung zweier kalter Knoten. Wenig Anreicherung (blau) im linken Schilddrüsenlappen v.a. im unteren Bereich und im rechten Lappen oben
Je nach Notwendigkeit kann diese oben genannte Basisdiagnostik durch weitere Untersuchungsverfahren wie Computertomographie oder Kernspintomographie ergänzt werden. Auch sind in einzelnen Fällen weiterführende Laboruntersuchungen sinnvoll.
Vor jeder Schilddrüsenoperation sollte im Hinblick auf die möglichen operationsbedingten Komplikationen durch Schädigung des Stimmbandnerven oder der Nebenschilddrüsen eine Untersuchung der Ausgangssituation erfolgen. Dies bedeutet einerseits die Beurteilung des Stimmlippenschlusses im Rahmen einer Hals-Nasen-Ohren ärztlich durchgeführten Kehlkopfspiegelung, andererseits die Bestimmung des Serum-Kalzium-Spiegels.
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