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Anatomie
Die 20-30 Gramm schwere, meist schmetterlingsartig konfigurierte Schilddrüse liegt unterhalb des Kehlkopfes den Vorder- und Seitenflächen der Luftröhre an. Sie wird von einer hauchdünnen Bindegewebsschicht eingescheidet, die ihr beim Schluckakt die charakteristische Verschieblichkeit ermöglicht. Die Schilddrüse besitzt wie alle endokrinen Organe eine ausserordentlich gute Blutversorgung über die Aa. Thyreoideae inferiores und superiores. Pro Gramm Gewebe ist die Durchblutung 50fach höher als im Gesamtorganismus. Ein weit ausgedehntes Lymphgefäßsystem drainiert die Schilddrüse oberflächlich in Lymphknoten entlang der Luftröhre bis in das vordere Mediastinum. Der seitliche und tiefer gerichtete Abstrom erfolgt über Lymphknotenstationen, die der tiefen Halsvene (Vena jugularis interna) folgen. Diese anatomischen Zusammenhänge sind vor allem in der Behandlung bösartiger Schilddrüsenprozesse bedeutsam.
Die für die reguläre Stimmbandfunktion verantwortlichen Nn. Laryngici inferiores (Recurrens-Nerven) sind auf beiden Seiten Abspaltungen des Nervus Vagus, umschlingen bei ihrem rückwärtsgerichteten Aufstieg links den Aortenbogen und rechts den Truncus brachiocephalicus, um dann parallel zur Luftröhre verlaufend, an der Hinterfläche der Schilddrüse vorbeizuziehen. Wegen der besonderen Verletzbarkeit dieser sehr feinen Nerven mit nachfolgend unter Umständen erheblicher Beeinträchtigung der Stimme ist dieKenntnis der Lage und Verlaufsrichtung für den Operateur von grosser Bedeutung.
Die Schildrüse ist in der Regel von vier Nebenschilddrüsen umgeben. Diese kleinen, auch Epithelkörperchen genannten, linsengrossen Organe produzieren Parathormon, einen Wirkstoff der den Kalziumspiegel im Blut reguliert. Die Nebenschilddrüsen sind in ihrer Lokalisation sehr variabel, liegen jedoch im Regelfall der Schilddrüsenhinterfläche an. Ihr Auffinden kann unter Umständen erhebliche Schwierigkeiten bereiten.
Funktion
Das entscheidende Element für die Synthese der Schilddrüsenhormone ist das Jod.
Über die Nahrung wird es im Darm resorbiert und in der Schilddrüse angereichert. Der tägliche Jodbedarf des Menschen beträgt ca. 150 µg. Die Schilddrüse ist in der Lage, einen Vorrat der von ihr produzierten Hormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) im Follikeleiweiss (Thyreoglobulin) zu speichern und je nach Bedarf in den Blutstrom abzugeben. Im Blut erfolgt der Transport durch Koppelung an das thyroxinbindende Protein (TBP). Die Schilddrüsenfunktion wird gesteuert durch den Hypothalamus bzw. die Hypophyse (Hirnanhangdrüse). Die Hypophyse produziert TSH (Thyreoidea stimulierendes Hormon), welches einen aktivierenden Einfluss auf die Hormonproduktion in der Schilddrüse sowie die Hormonabgabe in den Blutkreislauf besitzt.
Der tägliche Bedarf an dem lebenswichtigen Schildrüsenhormon schwankt beim Menschen in Abhängigkeit vom Alter und körperlicher Belastung zwischen 50 µg und 250 µg Thyroxin (T4).
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