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Klinikum der
Universität München
Ludwig-Maximilians-
Universität München
medizinische Fakultät

Über die Chirurgische Klinik und Poliklinik

Die Chirurgische Klinik und Poliklinik - Innenstadt, Klinikum der Universität München, ist ein modernes Akutkrankenhaus der maximalen Versorgungsstufe. Direktor der Klinik ist Prof. Dr. W. Mutschler.

Die Geschichte der Chirurgischen Klinik wurde von herausragenden Persönlichkeiten geprägt. Unter diesen zu nennen sind die Chirurgen Sauerbruch und Zenker, deren hoher ärztlicher Anspruch weiterhin allen heute an der Klinik Beschäftigten zu eigen ist.

Die Chirurgische Klinik und Poliklinik Innenstadt liegt im Herzen Münchens und verfügt über insgesamt 142 Betten. 89 stationäre Betten (plus 9 Intensivbetten) entfallen auf die Chirurgische Klinik in der Nußbaumstraße 20, 44 stationäre Betten auf die Chirurgische Poliklinik in der Pettenkoferstraße 8a. Daneben besteht durch 8 Überwachungsbetten die Möglichkeit der teilstationären Behandlung.

Die Chirurgische Klinik und Poliklinik ist gemäß ihrer traditionellen Struktur ungeteilt, aber nach modernen Gesichtspunkten gegliedert. Neben der schwerpunktmäßigen Ausrichtung auf die Unfallchirurgie umfasst sie die Bereiche Viszeral- und Endokrine Chirurgie, Gefäßchirurgie, Hand- und Plastische Chirurgie, Chirurgische Intensivmedizin sowie die Poliklinische Chirurgie. Die Thoraxchirurgie wird über einen Kooperationsvertrag mit den Asklepios Fachkliniken in München-Gauting abgedeckt. Eine enge Verzahnung besteht mit der Abteilung für Klinische Chemie und Klinische Biochemie (Prof. Dr. Marianne Jochum).

 


Nußbaumstraße 20
 
 


Prof. Dr. W. Mutschler

 

Jahresbericht 2005

Behandlungsschwerpunkte

Einen Schwerpunkt der Chirurgischen Klinik und Poliklinik stellt die Versorgung von Schwerstverletzten und schwererkrankten Patienten dar. Dabei wird eine Vielzahl dieser Patienten erst nach Primärversorgung zur Sekundärstabilisierung und -therapie in das Haus verlegt. Ein Hubschrauber-Landeplatz auf der Kreuzung Ziemssen-/Nußbaumstraße gewährleistet dabei eine rasche Anlieferung der intensivpflichtigen Patienten. Die Zahl der Schockraumversorugungen wird in diesem Zusammenhang seit Jahren kontinuierlich gesteigert.

Die Akut- und Sekundärversorgung von schwerverletzten und intensivpflichtigen Patienten wird auch durch die intensive Kooperation mit Radiologie und Anästhesie auf höchstem Niveau sichergestellt. Die personelle und technische Ausstattung der Intensivstationen gewährleistet eine Maximalversorgung insbesondere von intensivmedizinischen Problempatienten (Multiorganversagen, Sepsis).

Für Patienten mit isolierten oder begleitenden Schädel-Hirn-Verletzungen besteht ein ständiger Konsilardienst durch die Klinik für Neurochirurgie am Standort Großhadern. Fachärzte mit Schwerpunkt Unfallchirurgie werden in Großhadern neurotraumatologisch ausgebildet und bilden den Neurotraumatologischen Bereitschaftsdienst.

Die Chirurgische Klinik und Poliklinik ist Standort des Notarztwagens "München-Mitte" (Florian 1.70.1) des gemeinsamen Notarztdienstes des Landkreises und der Landeshauptstadt München. Pro Jahr werden über 3.000 Einsätze durchgeführt. Die Notärzte werden von der Chirurgischen Klinik und Poliklinik, der Klinik für Anästhesiologie und der Medizinischen Klinik gestellt. Zudem nimmt die Klinik turnusmäßig am Leitenden Notarztdienst des Rettungszweckverbandes München teil.

 


Ziemssen-/Nußbaumstraße



Im Schockraum

Stark in Anspruch genommen wird die im Jahr 2000 etablierte Wundsprechstunde für chronische Wunden und Fußprobleme. Aus Sicht der Chirurgie ist hier ein expandierendes Betätigungsfeld für die chirurgisch-interdisziplinäre ambulante und teilstationäre Patientenversorgung, für die angewandte Grundlagen- und klinische Forschung und für die Lehre eröffnet worden.

Hervorzuheben ist schließlich auch das deutlich zunehmende Operationsaufkommen im Rahmen der interdisziplinären Versorgung von Patienten mit malignen Weichgewebs- und Knochentumoren.

Innovationen

Einen wichtigen Stellenwert in der operativen Patientenversorgung stellt die Anwendung computerunterstützter und minimal-invasiver Techniken in der Unfall-, Viszeral- und Gefäßchirurgie und der Einsatz von Navigationssystemen bei der Frakturversorgung im OP dar. Ein mit der Firma Siemens entwickelter Prototyp eines 3D-Bildwandlers wurde in Zusammenarbeit mit dem Institut für Klinische Radiologie implementiert und klinisch erprobt. Hervorzuheben sind im Bereich der rekonstruktiven Operationsverfahren Gliedmaßenverlängerungen nach dem Prinzip der Kallusdistraktion und Achskorrektur. In der Endokrinen Chirurgie kommen immer häufiger endoskopische Verfahren mit intraoperativem Serum-Monitoring zum Einsatz. In den letzten Jahren wurde beispielsweise die minimal-invasive, videoassistierte Parathyreoidektomie (MIVAP) bei Patienten mit primärem HPT in die klinische Routine eingeführt. Dabei wird die Versorgungsqualität einer Vielzahl von Operationen durch die aktive Beteiligung an externen und unabhängigen Registern kontrolliert.

Schließlich bilden eine Reihe langfristig angelegter und finanzierter Projekte die Basis der klinischen und experimentellen Forschung. Hervorzuheben sind:

  • Tissue Engineering von Knochengewebe (molekulare Charakterisierung der adulten mesenchymalen Stammzelle; Herstellung von 3D-Knochenkonstrukten)

  • Intrazelluläre Aktivierung beim traumatisch-hämorrhagischen Schock (Pathophysiologie, Modulation durch medikamentöse und operative therapeutische Intervention, Master-Gene; Evaluation neurospezifischer Marker in der klinischen Routine

  • Ausbildungsforschung (Best Evidence Medical Education)

  • Web-basierte Lehre (BMBF); virtuelle Hochschule Bayern.